Montezumas Rache - muss nicht sein

Schulmedizin, Naturheilkunde, Homöopathie und Hausmittel, bevor man zum Arzt muss....

Akuter Durchfall ist weit verbreitet. Wenn man sich überlegt dass jeder dritte Erwachsene in Deutschland mindestens einmal im Jahr daran leidet mag man es kaum glauben. Sind das wirklich nur so wenige? Vielleicht liegt die Wahrnehmung daran, dass, wenn man mal einen Durchfall hat, der Tagesablauf erheblich gestört wird, weitere Unannehmlichkeiten mit inbegriffen sind und die ganzen Symptome teilweise auch schmerzhaft sein können.

 

Man spricht von einem akutem Durchfall, wenn man mehr als drei mal täglich über mehrere Tage Toilettengang hat. Dabei ist der Stuhl weich bis wässrig, manchmal auch schleimig und bringt einen im wahrsten Sinne des Wortes ins Schwitzen. Wenn man dann auch noch Blut im Stuhl findet, sollte man vernünftig sein und unbedingt den Arzt seines Vertrauens aufsuchen. Im schlimmsten Fall ist alles in Ordnung...

 

Durchfall kann mehrere Ursachen haben. Je nach Ursache hat man gleichzeitig Blähungen, Bauchschmerzen, Fieber, Übelkeit oder Ebrechen. Und je länger diese Begleiterscheinungen auftreten, umso schlechter ist es um den Elektrolythaushalt des Patienten bestellt. Auf Deutsch: Der Patient hat zuviel Wasser und damit zu viele Mineralien verloren. Das führt zu Schwindel, Abgeschlagenheit und kann sogar Herzrhythmusstörungen hervorrufen. Besonders bei Säuglingen und Kleinkindern, aber eben auch bei älteren Patienten, die mit dem Herz Probleme haben, kann es sehr schnell zu einem massiven Mangel an Wasser und Mineralien kommen, was oft lebensbedrohlich sein kann. Deshalb ist der „Faltentest“ beim akuten Durchfall sehr wichtig, damit man schlimmeres verhindert. Man nimmt eine kleine Bauchfalte zwischen Daumen und Zeigefinger und lässt dann los. Solange die Falte in Kürze von selbst verschwindet, ist das ein Hinweis, dass der Patient noch nicht dehydriert (mit zu wenig Wasser versorgt) ist. Bleibt die Falte jedoch stehen, ist die Fahrt zum Arzt oder am besten gleich ins Krankenhaus die sicherste Lösung. Manchmal muss es eben leider eine Infusion richten. Das ist völlig harmlos und der Arzt kann dabei gleichzeitig feststellen, was die Ursache für den Durchfall ist und somit den Patienten unterstützen, wieder schneller auf die Beine zu kommen.

 

Wie kommt es eigentlich zu einem Durchfall? In den meisten Fällen liegt die Ursache in einer Darminfektion. Erreger gibt es zuhauf, die unterschiedlichsten Bakterien und Viren, die auch immer wieder gerne durch die Gazetten kursieren wie zum Beispiel Salmonellen oder Rotaviren. Da diese Erreger eigentlich so gut wie überall aufzufinden sind, insbesondere da, wo sich Menschen aufhalten, ist es nicht verwunderlich, dass sie hin und wieder Schaden anrichten. Oft sind auch Lebensmittel kontaminiert, selbst die besten Küchen haben schon Noroviren als Gast gehabt.

Zu finden sind die Noroviren (eigentlich Norwalk-Viren) hauptsächlich in leicht verderblicher Ware. Fleisch, Eier, Fisch sind besonders betroffen. Auch alles, was man grundsätzlich als gesund betrachtet und sogar im eigenen Garten anpflanzt ist nicht vor Noroviren gefeiht. Aber nicht nur Gemüse, Salat und Obst, sondern auch Backwaren sind mit regelmäßiger Häufigkeit beetroffen.

Je nachdem, wie hoch die Konzentration der Erreger ist, wie tief er in die Schleimhaut des Darmes zu dringen vermag, welche Gifte er bildet oder bindet, ist die Intensität des Durchfalls zu ertragen. Immer häufiger sind auch allergische Reaktionen dafür verantwortlich, Tendenz stark steigend. Da ein Großteil des menschlichen Immunsystems im Darm in Form von nützlichen und wichtigen Bakterien angesiedelt ist, ist eine Dauerbehandlung mit Antibiotika auch ein Grund für akuten sowie leider auch chronischen Durchfall. Antibiotika sind zweifelsohne eine medizinische Errungenschaft, die eine Vielzahl an Menschenleben gerettet hat. Problematisch ist die Tatsache, dass auch nützliche Mikroorganismen, also die „guten Bakterien“, angegriffen werden. Also genau die, die für einen geregelten Stuhlgang sorgen und die, die unser Immunsystem schützen. Leider muss man immer wieder feststellen, dass ein Antibiotikum schneller verordnet ist, als man schauen kann. Nicht jeder Infekt muss zwingend mit einem Antibiotikum behandelt werden. Im Gegenteil. Ein paar Tage Bettruhe, eine kleine Schwitzkur mit Lindenblütentee und einer homöopathischen oder pflanzlicher begeleitender Therapie wie zum Beispiel Grippheel (5x2 Tabletten für 5 Tage), Spenglersan Kolloid G (3x10 Hub für 5 Tage) oder als pflanzliche Präparat Echinacea Saft von Madaus, und zwar in der bekannten “Schaukeltherapie nach Prof.Schilcher“ (3x5 ml für 5 Tage, danach 2 Tage Pause, danach  den Zyklus 2x wiederholen).

Wenn man bedenkt, dass ein Großteil der Infekte der oberen Atemwege, sicherlich mehr als 75%, durch Viren bedingt sind, gleicht es einem Armutszeugnis, dass auch in solchen Fällen ein Antibiotikum, was hier überhaut nicht helfen kann, verordnet wird. Oft ist der Patient nach einer Woche Antibiotikum immer noch krank und es geht ihm oft schlechter als vorher. Was passiert? Richtig, das nächste, stärkere Antibiotikum folgt. Ein viral verursachter Infekt geht in der Regel so schnell, wie er gekommen ist. Wenn der Körper und sein Immunsystem jedoch über einen längeren Zeitraum durch Viren geschwächt und durch Anitibiotikagabe  nochmals weiter geschwächt werden, kommt es oft zu einer Mischinfektion. Das bedeutet, das sich zu den Viren auch noch Bakterien gesellen können. Irgendein Antibiotikum greift dann endlich und beseitigt die Bakterien und die Viren gehen von selbst. Der Arzt hat also doch alles richtig gemacht. Ein Problem bleibt aber bestehen: Die Darmflora ist nun ganz sicher nicht mehr intakt. Das gilt es zu beheben. Es gibt eine Unmenge an Probiotika, die man käuflich erwerben kann. Die wenigsten sind ihr Geld wert. Auch wenn bis vor kurzem die allseits bekannten Joghurt-Drinks en vogue waren oder immer noch sind. Man braucht ungefähr fünfzig bis hundert solcher Drinks am Tag, um eine ausreichende Menge an wichtigen Bakterien in den Darm zu bringen. Dass dies ein sinnloses Unterfangen ist, muss hier nicht weiter erörtert werden. Selbst wenn die gängigsten Probiotika von den Firmen Symbiopharm und Ardeypharm zunächst teuer erscheinen, sind sie nachweislich wirksam, schonend und effektiv in der Anwendung und sicherlich günstiger als zentnerweise genmanipulierter Joghurt.

 

Da der Körper bei einem Durchfall teilweise Unmengen an Wasser verliert, ist der Arztbesuch gerade Risikopatienten unabdingbar. Auch wenn es „nur“ ein bis zwei Liter sein könnten, die dem Patienten fehlen, ist nicht unbedingt der Wassermangel an sich, sondern die Veränderung der Wirkstoffkonzentration der regelmäßigen Medikamente eine echte Gefahr. Auf Deutsch: Wenn im Körper nichts drin bleibt, so kann es auch nicht wirken. Gerade bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen, Parkinson oder Epilepsie kann das katastrophal sein. Im Zweifel immer zum Arzt.

 

Die meisten Patienten mit Durchfall gehen erst mal, nachdem die Hausmittel wie schwarzer Tee mit Traubenzucker und einer Prise Salz, geriebener Apfel und Zwieback versagt haben in die nächste Apotheke und kaufen ein chemisches Mittel wie Loperamid oder seit kurzem auch Racecadotril. Die Tatsache, dass diese Mittel günstig zu erwerben sind, ist die eine Erklärung für den hohen Absatz in den Apotheken. Die andere: Es wirkt sehr schnell und der Patient ist kürzer beeinträchtigt. Die Tatsache, dass diese Mittel den Darm kurzfristig „lähmen“, zumindest in seiner Bewegung einschränken oder erst ab 18 Jahren zugelassen sind, sprechen Bände. In den allermeisten Fällen sind diese Mittel wirklich überflüssig und sorgen nur dafür, dass die Erreger und Gifte länger im Darm verweilen können und der Patient somit längerfristig Nach- und Nebenwirkungen hat. Biologisch ist es sinnvoller, die Ausleitung und Entgiftung über den Darm kurzfristig zu unterstützen.

Ganz wichtig ist der Einsatz von Wasser und Salz bei einer gleichzeitigen Schonung des Darms. Das gelingt am besten, indem man nur leicht verdauliche Kohlehydrate zu sich nimmt und neben viel Wasser einen Elektrolyt-Tee, den man selbst herstellen kann, das Gleichgewicht im Körper schonend wieder herstellt. Pfefferminztee und Fencheltee zu gleichen Teilen mit Traubenzucker, einer Prise Salz, so dass man es gerade schmecken kann und eine Prise Backpulver oder Natron, um den Darm zur Ruhe kommen zu lassen. Wahlweise kann man auch ein Elektrolytpräparat aus der Apotheke erwerben. Gedünstetes Gemüse, eine zerdrückte Banane und eine frische Brühe wirken oft Wunder. Das Geheimnis der Kombination Cola mit Salzstangen liegt darin begründet, dass Salz in Verbindung mit Zucker deutlich besser über die Darmschleimhaut aufgenommen werden kann.

In der Pflanzenheilkunde haben sich vor allem die Gerbstoffe bewährt. Sie wirken nicht nur zusammenziehend, sondern auch entzündungshemmend, antibakteriell und austrocknend. Somit werden Magen und Darm schnell beruhigt und der Stuhl wird wieder fester. Je bitterer ein Tee, umso mehr Gerbstoffe sind in der Regel enthalten. Nicht nur schwarzer und grüner Tee enthalten Gerbstoffe, auch Eichenrinde, Gewürznelke, Heidelbeerblätter und Frauenmantelkraut sind gerbstoffhaltig und wohlschmeckend.

Zu den Hauptmahlzeiten sind gerbstoffhaltige Tees nicht geeignet, da sie sich mit Eisen aus der Nahrung verbinden und somit schwerlösliche Komplexe bilden, die nicht wirken können.

 

In der Einzelmittelhomöopathie gibt es eine große Anzahl an hilfreichen Mitteln, die Kunst besteht hier wie immer in der richtigen Mittelwahl, was nicht immer einfach ist.

Das zur Zeit beliebteste Mittel, Okoubaka, in der Potenz D2, oder D3 (3x5) ist Mittel der Wahl bei Durchfall durch Lebensmittelvergiftungen, verbunden mit Krämpfen. Für die Reiseapotheke eine mehr als gute Empfehlung.

Hat der Patient eine Art Hydrantenstuhl, also einen schmerzlosen, aber spritzenden Stuhl vor allem nach dem Essen, ist Podopyhllum D12 (3x5) Mittel der Wahl.

Starker Durchfall in Verbindung mit Schwäche und Ekel vor dem Essen ist am besten Durch Arsenicum album D12 (3x5) zu beghandeln.

In Verbindung mit Kollapsneigung und Schwäche und evetuell noch Krämpfen sollte man an Veratrum album D12 (3x5) denken.

Ist der Stuhl mehr schleimig und dünn in Verbindung mit heftigen Blähungen ist Aloe D12 (3x5) gut geeinet.

Bei Säuglingen und Kleinkindern sind oft Calcium carbonicum bei aufgetriebenem Leib, saurem Stuhl und unverdauten Nahrungsresten oder Chamomilla in Verbindung mit Unruhe Zorn oder Zahnen in der Potenz D12 (3x5) häufig verwendete Mittel.

Bei krampfartigen Durchfällen kommen ferner noch die bekannten Krampflöser Cuprum metallicum D12 oder Colchicum D12 (3x5) in Frage.

 

Da man das als Patient selbst nicht wirklich objektiv entscheiden kann, ist hier der Rat des Therapeuten sicher besser.

Bei Unsicherheit lieber kein homöopathisches Mittel nehmen oder auf ein bewährtes Komplexmittel wie Diarrheel (5x2 Tabl.) oder Magen-Darm-Entoxin (Meckel-Spenglersan)(3x10 Tropfen) zurückgreifen. Das ist dann häufig die einfachste, sicherste und schnellste Methode.